logo
Gemeinde St.Anton am Arlberg
News Details /

80 Jahre Karl Schranz

80 Jahre Karl Schranz

"Ein außergewöhnliches Fest - für einen außergewöhnlichen Menschen"

Skilegende Karl Schranz feierte am 18. November seinen 80. Geburtstag. Die Gemeinde St. Anton am Arlberg richtete dem Ehrenbürger am 7. Dezember ein rauschendes Fest aus und ließ für ihn einen charaktervollen und ausdrucksstarken Marsch komponieren.

In Anlehnung an das Geburtsjahr starteten die Feierlichkeiten, ausgerichtet von Gemeinde und Tourismusverband, pünktlich um 19.38 Uhr. Karl Schranz’ Neffe Bgm. Helmut Mall erzählte: „Er wurde in ein einfaches Bauernhaus hinein geboren, es war keine leichte Zeit für die Familie … Es waren keine guten Voraussetzungen für eine Sportkarriere – der eiserne Wille, der Glaube an sich selbst, gepaart mit einem großen Talent, haben ihn zu einem der erfolgreichsten Skifahrer Österreichs gemacht.“ Kein Sportler vor und nach ihm habe einen ähnlichen Bekanntheitsgrad erreicht, seine Heimatgemeinde habe sehr von ihm profitiert. Die Liebe zwischen Schranz und St. Anton wurde aber immer wieder auf eine harte Probe gestellt – irgendwie hat man sich aber immer im Interesse von St. Anton wieder gefunden – ein Beispiel für Schranz’ Engagement: die Alpine Skiweltmeisterschaft 2001 in St. Anton am Arlberg. Mall fügt abschließend hinzu: „Etwas hat sich seit seinem 75. Geburtstag verändert – der stets kritische Zeitgeist ist der Altersmilde gewichen.“ In der Laudatio bezeichnete Reporterlegende Michael Kuhn den St. Antoner als „markanten Teil der österreichischen Geschichte, nicht nur der Sportgeschichte“, den Ausschluss von den Olympischen Spielen in Sapporo als „eine der größten Fehlentscheidungen“.

„EIN RASANTER MARSCH“. Das Zielstadion trägt bereits seit seinem 75. Geburtstag seinen Namen, diesmal wurde Karl Schranz am Vorplatz des ARLBERG-well.com mit einem Feuerwerk sowie einer Ehrensalve der Schützenkompanie und Ständchen der Musikkapellen St. Anton und St. Jakob überrascht. Das zuvor angekündigte besondere Geschenk wurde nicht überreicht, sondern gespielt: Wie für alle besonderen Persönlichkeiten (etwa Hannes Schneider), wurde für Karl Schranz, der selbst einmal Klarinettist bei der Musikkapelle St. Anton war, zu seinem 80. Geburtstag ein Marsch komponiert und uraufgeführt. Kapellmeister Günther Öttl ist der Komponist des Marsches „Karl Schranz Marsch 8.0“: „Der Marsch hat kein Ende“, erläutert der Komponist – damit soll das Stück den Übergang in einen neuen Lebensabschnitt demonstrieren. LH Günther Platter hatte ein besonderes Geschenk – ein Jungbürgerbuch: „Es ist das erste Mal, dass einem 80-Jährigen ein Jungbürgerbuch überreicht wird.“ Christoph Leitl, der ehemalige Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, bezeichnete das Geburtstagskind als „European Hero“: „Am meisten beeindruckt hat mich sein Verhalten in den Niederlagen des Lebens.“ Selbst vom Kreml wurden Grüße überbracht – Dmitrij Ljubinskij: „Ich komme im Auftrag des Präsidenten Wladimir Putin – der Auftrag steht unter einem Wort, das heißt Freundschaft“, so der russische Botschafter, und: „In Russland bist du nicht nur als Sportler, sondern als Freund unseres Landes bekannt.“ Porzellan aus St. Petersburg wurde überreicht. Besonders mitreißend waren die Grußworte des ehemaligen Schweizer Präsidenten, Adolf Ogi: „Wir Schweizer respektieren und lieben den Karl Schranz … Nach seiner Hochzeit im Jahr 1981 und seinem 70. Geburtstag ist dies die dritte Liebesbekundung der Schweiz – sollte sie noch nicht begriffen worden sein, komme ich zum 90-er wieder.“ Wegbegleiterin Annemarie Moser-Pröll richtete Grußworte, auch die Brüder Helmut und Toni Schranz und Tochter Christiane. Im Rahmen der Geburtstagsfeier, die von Sabine Amhof moderiert wurde, wurden zahlreiche Filme gezeigt, auch präsentierten die Damen der Theatergruppe „Arlberger Kulturfrauen“ ein Theaterstück unter Mitwirkung von Bgm. Helmut Mall, Albert Korber und TVB Obmann Josef Chodakowsky. Gespielt wurde, was geschehen wäre, wenn Karl Schranz tatsächlich Olympiasieger geworden und möglicherweise nach Wien gezogen wäre … Die Moral von der Geschicht’: St. Anton ist stolz auf die Skilegende und froh, den Karl in ihrer Mitte zu haben.

Text und Fotos: © Oberländer Rundschau, Elisabeth Zangerl