Alpine Ski WM 2001 in St. Anton am Arlberg

Ski WM 2001 in St. Anton am Arlberg

Der Weg bis zur offiziellen Bewerbung St. Antons für die Alpine SKI WM war ein mühevoller. Eine gemeinsame WM Berwerbung von Lech und St. Anton wurde 1991 mit einem Volksentscheid in Lech abgelehnt und St. Anton selbst wollte vorerst nicht alleine diesen Schritt Richtung Großveranstaltung wagen. 1994 unternahm Weltmeister Karl Schranz erneut ein Anlauf für die Bewerbung und sicherte sich im Vorfeld div. Beschlüsse im Ort die breite Unterstützung hochrangiger Tiroler- und Wiener Politiker zu.

Ski WM 2001 in St. Anton am Arlberg

Die Abstimmungen im TVB zur Bewerbung für die WM 2001 verlief einstimmig, die des Gemeinderates hingegen mehrstimmig mit zwei Gegenstimmen. Die nächste Hürde zur WM wurde am 24. April 1995 mit dem Zuschlag durch den ÖSV als österreichischer Kandidat für die Alpine Ski WM 2001 gegen die Sportwelt AMADE genommen. Noch sollte es aber ein Jahr dauern, ehe beim  FIS Kongress in Christchurch/Neuseeland St. Anton den Zuschlag zur Durchführung der Alpinen SKI WM 2001 erhielt. Karl Schranz war von Anfang an überzeugt, daß sich St. Anton auf Grund der guten Argumente – Neue WM Pisten, alle Bewerbe in einem Zielstadion, 100 Jahre Skiclub Arlberg – gegen die Konkurrenten St. Moritz, Lillehammer, durchsetzen wird. 

Das Unternehmen „Christchurch“ begann am 5. Mai 1996 und eine starke St. Antoner Delegation mit Karl Schranz und BGM Herbert Sprenger an der Spitze konnte am 11. Mai 1996 den Sieg gegen St. Moritz euphorisch feiern.  Ganz Österreich gratulierte und unverzüglich wurde mit den Vorbereitungsarbeiten für die WM 2001 in St. Anton begonnen und ein WM Beirat gegründet.

Am 6. Dezember 1996 besuchen Kanzler Dr. Vranitzky und Staatssekretär Mag. Schlögl St. Anton und zeigten Verständnis für den „Störfaktor“ Bahn, welche den Ort seit 1884 durchschneidet und für die WM als großes Hindernis betrachtet wurde. Die Politiker sagten Unterstützung zu und vorerst wurden verschiedene Varianten einer Bahnverlegung „Nord“ diskutiert, ehe das Projekt „Süd“ auf Grund von massiven Bürgerprotesten und Umdenken der ÖBB zum Tragen kam. Die Verlegung der Bahntrasse war kein ursprüngliches WM Projekt – jedoch wäre diese ohne WM kaum realisiert worden. In Rekordzeit von 36 Monaten wurde das zwei Milliarden Schilling teure Projekt realisiert und am 10. September 2000 wurde der offizielle Fahrbetrieb auch der neuen Strecke aufgenommen. Das Jahrhundertprojekt „Bahnverlegung“ hat St. Anton ein neues Gesicht gegeben und wird die touristische Entwicklung St. Antons nachhaltig positiv beeinflussen.

Neben der Bahnverlegung wurde aber auch in neue Infrastrukturbauten investiert und bisher fehlende Einrichtungen konnten nach der WM in Betrieb gehen. Das „Arlberg.well.com – Center für Wellness und Kommunikation“ - wurde im November 2001 seiner Bestimmung übergeben und verfügt nunmehr über Schwimmbäder, Saunaanlagen, Fitneß, Restaurant und dem Herzstück der WM Halle, mit einem Ausmaß von 44x44 m und einer Kapazität von 1500 bis 2000 bestuhlten Plätzen oder an die 3000 Stehplätze für Großkonzerte. Gesamtinvestition 160 Mio Schilling. Am Vorplatz der Halle (alter Bahnhof) ist auf fast 4 ha Grund ein großzügig angelegter Naturpark entstanden, der auch eine kleine Seenlandschaft und einen Kunsteislaufplatz auf 500m2 beinhaltet. Aber auch Arlberger Bergbahnen haben für die Weltmeisterschaft ca. 380 Mio Schilling in neue Bahnen, Komfortverbesserung, Beschneiungserweiterungen, Bau von neuen Pisten und dem Arlberg.well.com Center investiert. 

Innerhalb des Ortes wurde von Seiten der Hoteliere und Zimmervermieter viel Geld in neuen Komfort investiert und auch diesbezüglich hat die Weltmeisterschaft einen enormen touristischen „Schub“ ausgelöst. Genannt werden muß aber auch das Engagement der Lawinen- und Wildbachverbauung – auch hier wurden weitere große Verbauungen in Angriff genommen. Die Weltmeisterschaft selbst wurde dann zu einem großartigen sportlichen Event, bei dem  selbst die kühnsten Erwartungen bei weitem übertroffen wurden. Mehr als 350.000 Zuschauer pilgerten zu den Rennen nach St. Anton und neben vielen Zuschauern in aller Welt haben exakt 4.519.000 Österreicher haben die Rennen im ORF verfolgt.

St. Anton hat es geschafft, die Idee des „WM Vaters“ Karl Schranz im Teamwork umzusetzen und mit einer qualitätsvollen Großveranstaltung nachhaltig eine großartige touristische Weiterentwicklung eingeleitet zu haben.



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